Fahrt an den Mono (Freitag, 30.11.)

Der Vollständigkeit halber:

Am Freitag sind wir morgens aufgebrochen, um ganz in den Osten von Togo zu fahren, zum Mono, welcher hier die Grenze zum Benin markiert.

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Unterwegs hatten wir noch einen “Platten” und wir konnten dabei sein, wie der “Pannenservice” in Togo funktioniert. Sicherheitshalber hat Anton mal die Warndreiecke aufgestellt…

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Ein Pflichthalt auf dieser Fahrt ist immer das Dorf Gabadjin, das nur über eine sehr anspruchsvolle Piste erreichbar ist.

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Dort haben wir – von den Lions finanziert – bereits 2013 ein Schulgebäude mit Latrinenanlage errichtet, 2015 ein Dispensaire (Krankenstation) und 2017 eine solarbetriebene Wasserversorgung mit Pumpe und Wasserturm. 226 Schüler besuchen die Schule, hinzu kommen 49 Kindergartenkinder.

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Die Verantwortlichen im Dorf möchten wegen ständig steigender Schülerzahlen dringend ein weiteres Gebäude errichten. Wir werden sehen….

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Abendessen gab es dann bei Leon in seinem Agbetiko-Haus, das im Dorf auch so eine Art Kinder-Armenküche darstellt…

Mono-Tonie (Samstag, 1.12.)

Hier noch der versprochene Nachtrag zum Samstag:

Heute sind wir gleich nach dem Frühstück (auf der Hotelterrasse mit Früchten und Omelettes aus dem Hause Léon) nach Batonou gefahren, um den Grundstein zum geplanten Schulhausneubau zu legen.

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Versammlung unter dem Baum (und mehr… siehe unten im Text).

Wir sollten unbedingt um 9:00 Uhr da sein, sind entsprechend früh aufgestanden und waren tatsächlich kurz nach 9 Uhr da. Der Präfekt kam dann auch. Um 10.03 Uhr. Damit konnte die Zeremonie beginnen.

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Bisheriges Schulhaus, in dem 2 Räume wegen Einsturzgefahr geschlossen wurden

In seiner Ansprache konnte Anton als Vorsitzender von Hilfe für Togo den Anwesenden bekannt geben, dass seit ein paar Tagen die Ampel für das Bauprojekt auf “Grün” gestellt ist und somit zügig mit dem Bau begonnen werden kann. Er stellte auch klar, dass bei jedem Projekt davon ausgegangen wird, dass sich die Bevölkerung zu 5% an den Baukosten beteiligt, was in der Regel durch einen entsprechenden Arbeitseinsatz abgegolten wird. Er betonte auch, wie wichtig es aus Sicht des Vereins sei, dass die Lernbedingungen für eine bessere Ausbildung der Jugend stimmen und dass mögliche Nachfolgeprojekte immer vom Einsatz der Bürgerschaft abhängig seien. Dies sei nun schon die 20. Schule, die unser Verein in Togo baut, und mit ABCN könne man sich nach 20jähriger Erfahrung auf ein zügige und hochwertige Fertigstellung verlassen.

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Emotionale Ansprache des Generralsäkretärs des Präfekten

Er bedankte sich noch besonders bei den Frauen des Dorfes, die bereits viel Sand aus dem Mono herbeigeschafft haben.

Ein Ereignis wird uns wohl besonders im Kopf bleiben, wenn wir an Batonou denken: Während der Reden gab es auf einmal ein großes Geschrei unter dem Baum, alles stob auseinander und warf mit Schuhen auf etwas am Boden liegendes. Dieses Etwas stellte sich als eine fast 2m lange grüne Mamba heraus. Diese lebt auf genau diesen Bäumen, die im Schulhof stehen und ihr Biss ist für Menschen tödlich. Mit einem langen Schlagstock wurde daher auch hier “kurzer Prozess” gemacht.

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Danach konnten alle zusammen zur Grundsteinlegung schreiten

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Im Anschluss haben wir dann  dem Centre Medico-social (CMS) in Agbetiko einen Besuch abgestattet. Es mag daran gelegen haben, dass es ein Samstag war, aber es war sehr wenig los, und auch ein Blick in die Akten zeigte, dass die Frequentierung durch die Bevölkerung noch sehr überschaubar ist.

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Derzeit wird vor dem Eingangsbereich ein neues Gebäude errichtet, das der Gemeinde künftig als Standesamt dienen soll.

Am Nachmittag hatten wir dann längere Verhandlungen mit zwei Vertretern der Beratungsfirma aus Lomé, die für die Überwachung des Baus und die Sensibilisierung der Bevölkerung zuständig war. Allerdings endete deren Auftrag mit der Schlüsselübergabe.

Da die gleiche Firma auch den Schulhausbau in Batonou begleiten soll, wurde noch die entsprechende Projektvereinbarung unterschrieben.

Am Abend fand dann noch ein erstes Zusammentreffen mit den Frauen aus Agbetiko statt, denen ein größeres Palmölprojekt vorschwebt. Doch dazu mehr im Sonntagsbericht (2.12.)

 

 

Saft, Mais, Öl (Sonntag, 2.12.)

7:15 Abfahrt am Hotel. Nach dem Frühstück in Agbetiko sind wir die 11km ( 45 Minuten) nach Afagnagan gefahren. Unterwegs ereilte uns der Anruf des Präfekten, dass er uns heute gerne in seinem Büro begrüßen würde.

Zum Palast des Präfekten, der etwa 2km außerhalb des Ortes liegt, führt die einzige straßenlaternenbewehrte Straße der Gegend. Die Präfektur Bas-Mono ist eine von 30 Präfekturen in Togo, das ist eine Verwaltungsebene unter den 5 Regionen, entspricht also ungefähr den Kreisen. Der „Landrat“ war also glücklich, uns in seinem Domizil zu empfangen.

Nach 5 Minuten Informationsaustausch (wir: wir wollen außer der Schule auch noch eine Frauenkooperative unterstützen / er: in meinem Heimatdorf fehlt auch noch das eine oder andere Objekt) konnten wir dann zu besagter Frauenkooperative weiterfahren.

Vor Ort haben wir uns sofort in die Arbeit gestürzt. Statt abzuwarten, welche Empfangszeremonie für uns vorgesehen ist, haben wir gleich damit begonnen, die bereits aus Kpalimé eingetroffenen Pakete auszupacken und die beiden Maschinen aufzubauen.

Eine komplett manuell zu betreibende Safterzeugung soll den Frauen ermöglichen, die erzeugten Produkte wie Bananen, Mango, Papaya oder Ananas direkt weiterzuverarbeiten, zu lagern und als Saft auf dem regionalen Markt anzubieten.

Nachdem die Anlage bereits in Waldstetten mit Äpfeln getestet worden war fiel es uns leicht, alle Geräte aufzubauen und für einen ersten Probelauf einzusetzen. Die Ananas wurden zunächst manuell, dann in einer Mühle zerkleinert.

Die Maische kam anschließend in 4 Lagen in die Presse, und mit Hilfe eines Wagenhebers wurde der Saft heraus gepresst. Dieser Saft wurde dann im holzbefeuerten Kessel im Wasserbad auf 80 Grad erhitzt und anschließend in die bewährten 3-Liter- Kunststoffbeutel gefüllt, die letztlich im Karton mit Zapfhahn zur Vermarktung vorbereitet sind.

Die 17 Frauen aus der Kooperative zeigten sich begeistert von dem Ergebnis ihrer Arbeit, auch wenn wir sie ermuntern mussten, zu ihren grandiosen praktischen Kompetenzen zu stehen. Sie stellen ihr Licht immer unter den Scheffel, fühlen sich wegen ihrer nicht vorhandenen Schulbildung und Sprachkompetenz sehr unsicher. Aber wir arbeiten daran, dass sie selbstbewusster auftreten….

Dann haben wir auch noch eine Imkerausrüstung übergeben (wir sind gespannt, wie sich die afrikanischen Bienen in amerikanischen Wohnungen heimisch fühlen) ….

und uns die von Lions Aalen gestiftete Maismühle im Betrieb angesehen.

Zurück in Agbetiko erwarteten uns bereits „Die Kinder des Monsieur Djossou“ mit Tanz- und Musikdarbietungen.

Ein paar von uns haben auf die erste Stunde verzichtet und stattdessen einen Spaziergang zum Mono unternommen…

Am Abend standen noch einige schwierige Verhandlungen an. Mémé (als beauftragter Unternehmer der Solaranlage in der Schule Batonou) wird aufgefordert, die übliche Garantie auf Baugewerke zu übernehmen (5 Jahre) und mit ABCN zu kooperieren, sich also den Regeln und Anweisungen des Generalunternehmers anzupassen.

Dann musste auch noch das Palmölprojekt der Frauenkooperative von Agbetiko angesprochen werden. Das Dossier, das die Berater erstellt hatten, war offensichtlich fehlerhaft und sehr phantasievoll. Auf dieser Grundlage (Finanzierung von 75.000€) wird sich HfT sicher nicht beteiligen, es treibt die Frauen nach unserer Meinung in den Ruin. Jetzt haben die Frauen für viel Geld ein Dossier erstellen lassen, wollen für 1500 Euro Gebühr eine Kooperative gründen, aber eigentlich wäre das alles gar nicht nötig. Wir schlagen ein schrittweises Vorgehen mit kleineren (zinslosen) Krediten – statt der üblichen 24% – vor. Wenn der Vorschlag – und das Dossier – wirklich so gut sei, würden die Frauen ja sicher auch eine Bank finden….die Gespräche sollen Montagmorgen weitergeführt werden.

Der 45. Container ( Donnerstag, 29.11.)

Am Morgen stand er endlich da. Container Nummer 45, beladen auf dem Schlatthof bei Waldstetten am 20. Oktober und dann über Rotterdam nach Lomé verschifft, gestern auf einen Lkw verladen und abends nach Kpalimé transportiert. Da ja am Vormittag zunächst einmal die Freisprechung der Lehrlinge anstand, konnte der Container erst am Nachmittag in den Hof des ABCN einrollen.

Im Beisein von zwei Zöllnern wurde das Siegel entfernt und der Container geöffnet. Dann wurden alle Hilfsgüter größtenteils von Hand abgeladen und direkt in unser Lager verfrachtet.

Nur bei einigen schwereren Geräten wie der Saftpresse oder einer Egge konnte unser mitgebrachter Staplerfahrer sich auch mal nützlich machen 😉

Die Presse und andere Dinge für Afagnan und Agbetiko wurden gleich auf den kleinen Transporter des ABCN geladen, damit sie freitags mit uns zusammen dort ankommen.

(Empfangs)Zonenrandgebiet ( Samstag, 1.12.)

Seit gestern sind wir am Mono, der hier gleichzeitig die Grenze zum Benin markiert. Heißfeuchte Tage, pechschwarze Nächte – und eher selten überhaupt Empfang. Auch das WLAN im Hotel hat nie existiert. Außer auf dem Schild. Daher werde ich mich von hier kaum noch melden können. Und wenn dann ohne Bilder. So wie jetzt.

Ganz kurz: Es geht uns gut, heute steht die Schule von Batonou und die Krankestation von Agbetiko. Mehr später. Jetzt erstmal “TamTam”

Lossprechung der Lehrlinge (Donnerstag, 29.11.)

Es ist wohl nicht übertrieben, Bildung und Ausbildung als Herzstück unseres Engagements in Togo zu bezeichnen. Seit den ersten Jahren liegt uns eine grundlegende Bildung und eine darauf aufbauende Berufsausbildung in hier aussichtsreichen Berufen sehr am Herzen. Bereits seit 1994 unterstützen wir das Berufsausbildungszentrum ABCN, indem wir Maschinen und Geräte besorgen, die Ausbilder entlohnen und auch Unterricht in Fächern wie Gesundheit und Hygiene, aber auch Informatik und Sprache ermöglichen. In Togo kostet eine Berufsausbildung durchschnittlich etwa 800 Euro, was für die Mehrzahl der Eltern nicht leistbar ist. Bei ABCN kostet diese Ausbildung nichts, und es gibt täglich noch eine warme Mahlzeit dazu.

Und heute werden sie also entlassen. Das ist eine mehrtägige Prozedur, die ihren Höhepunkt in der Zeugnisübergabe findet und in einer großen Party endet. Schon gestern stand die “Beichte” auf dem Programm. Sehr gewöhnungsbedürftig für unsereinen, aber hier offenbar Tradition. Der Lehrling muss öffentlich (vor allen anderen Lehrlingen, Ausbildern und Eltern) erklären, was er in den letzten 3 Jahren angestellt hat. Und erst nach der Absolution durch den Ausbilder wird er zur Zeugnisvergabe zugelassen. Seltsam.

Jedenfalls saßen wir ab 8:45 unter dem heißen Blechdach und haben auf die Ankunft der Honoratioren und Eltern gewartet. Tatsächlich ging es dann schon um 9:30 los, die Azubis durften hereintanzen, dann wurde gemeinsam die togoische – und auch die deutsche – Nationalhymne gesungen. Auch gewöhnungsbedürftig, aber es war gar nicht so schlimm…

Nach den Reden des Ausbildungsleiters Tamaklo und ABCN Chefs Leon war die Reihe an Anton, den jungen Menschen zu ihrem Abschluss und damit ihrer Grundlage für einen gelingenden Start ins Berufsleben zu gratulieren.

10 Lehrlinge aus den Handwerksberufen und 18 aus dem Bereich Gastronomie durften ihre Abschlusszeugnisse aus unseren Händen entgegennehmen.

Zu den vielen Ehrengästen zählte auch der für die berufliche Ausbildung zuständige Mitarbeiter der GIZ, der der dualen Ausbildung beim ABCN eine hervorragenden Qualität bescheinigte. Diese sei vorbildlich für ein gelingendes Ausbildungssystem in Afrika.

Unsere Projekte

Da wir heute schonmal danach gefragt wurden, hier mal eine aktuelle Aufstellung aller Projekte (na ja fast aller Projekte), die unser Verein in den letzten 25 bzw. 30 Jahren in Togo durchführt bzw. durchgeführt hat:

Durch den Zusammenschluss mit Togohilfe Donzdorf (die seit 30 Jahren in Togo aktiv waren) im Juli 2018 haben sich alle Zahlen grundsätzlich geändert. Derzeit überprüfen wir auch diese zusätzlichen Projekte, so dass es im nächsten Jahr sicherlich noch einmal bereinigte Zahlen geben wird.
Hier also der Stand Mitte 2018:
19 Schulgebäude, meist mit Latrinenanlagen und Wasserspeicher
8 Lehrerwohnungen
25 Wasserprojekte (Brunnen, Wasserspeicher, Leitungen)
6 Krankenstationen
3 Hebammengehälter
45 Container mit Hilfsgütern (beladen, verschickt, verzollt, entladen)
400 Schüler jährliche Förderung (Schulgeld)
845 Auszubildende: Duale Ausbildung in Handwerksberufen und tägliche Speisung
10 Stipendiate für Studium
unzählige Schulspeisungen
1 Behindertenzentrum
1 Blindenprojekt (gibt’s nicht mehr)
4200 Schulbänke
4 Sozialfonds (Solidarité, Kpalimé, Agbetiko, ABCN), mit deren Hilfe jährlich etwa 350 Menschen, die es sich sonst nicht leisten könnten, eine medizinische Behandlung bezahlt werden kann
Landwirtschaftliche Projekte:
2 Aufforstungen (Misahoe und Plateau)
1 Frauenkooperative (Unterstützung bei Anbau, Lagerung und Weiterverarbeitung)
Mehrere Versuchsfelder für neue Produkte und Methoden auf dem Plateau und am Mono
Die Liste ist sicher nicht vollständig, aber das ist das, was uns jetzt so spontan einfällt und durch Zahlen belegbar ist. Insgesamt sind durch die beiden Vereine bereits über vier Millionen Euro an Spendengeldern in die diversen Projekte geflossen. Und zwar zu 100%, wie schon weiter vorne erwähnt, da alle Mitglieder rein ehrenamtlich arbeiten und weder Reisekosten noch Spesen aus der Vereinskasse bezahlt werden. Umso erfreulicher ist es, zu sehen, dass wir auch mit der Nachhaltigkeit unserer Projekte hier in Togo sehr zufrieden sein können.

Direkthilfe für Familien (Mittwoch, 28.11.)

Neben den für unsere Ausbildungs- und landwirtschaftlichen Projekte benötigten Maschinen und Materialien befinden sich in den Containern immer auch kleinere Hilfsgüter wie medizinisches Material, aber auch gepackte Schulranzen und sogar Kleidungsstücke und Bettwäsche, sozusagen als “Füllmaterial”.

(Mme La Maire, die Bürgermeisterin)

Dass auch diese Dinge bei den richtigen Menschen ankommen, dafür sorgt Victorine, die Frau von Léon. Sie stellt Kontakte zu den Schulen her, organisiert Lieferungen und Ausgaben von Hilfsgütern. Zusammen mit anderen Frauen betreut sie auch sehr arme Familien aus Kpalimé und Umgebung, die zu den besonders Armen zählen. Unabhängig von Volksgruppen- oder Religionszugehörigkeit. Die Kinder Familien erhalten beispielsweise Schulmaterial oder auch mal ein Fahrrad (fast geschenkt).

Heute Nachmittag waren etwa 200 Frauen eingeladen, die ein von den Frauen bereits vorgepacktes Paket mit verschiedenen Hilfsgütern erhielten. Da wir zufällig gerade in Kpalimé waren, konnten einige von uns der Ausgabe beiwohnen. Auch der Präfekt von Kloto war gekommen, und im Anschluss an die Ausgabe konnten wir noch interessante Gespräche mit Vertretern der Presse führen.

Am Abend schloss sich ein Abendessen mit der Bürgermeisterin und ihren Dezernenten an, wo wir einiges über die Verwaltungs- und Finanzstrukturen in Kpalimé erfahren durften. Danach war uns klar, warum nicht einmal die allernotwendigsten Reparaturarbeiten an der Infrastruktur durchgeführt werden können. Offenbar wurden die Aufgaben in den letzten Jahren stark dezentralisiert. Die dafür notwendigen Mittel aber nicht. Resultat ist eine Komplettüberforderung der lokalen Behörden.

Brücken bauen (Mittwoch, 28.11.)

Heute morgen waren wir noch etwas früher dran als sonst, da heute die Einweihung der „Waldstetter Brücke” auf dem Programm stand.

Doch zuerst noch zurück gestrigen Tag: der Nachmittag stand ganz im Zeichen der Aufarbeitung des bisher Erlebten und der Vorbereitung der kommenden Tage.

(Es war sehr dunkel beim Public Viewing)

Am Abend waren wir dann noch bei einem Public Viewing im Hinterhof einer Straßenkneipe. Ich glaub es war Juventus gegen Valencia, aber das Spannende am Spiel war ohnehin die Reaktion des Publikums. Ich glaube sie waren Juve-Fans…

Jedenfalls steht heute die Brückeneinweihung an, und dort sitzen wir gerade. Die Zeremonie ist noch etwas länger als üblich, da neben den Ansprachen aller Vertreter der verschiedenen Bevölkerungsgruppen und aller Honoratioren auch noch die Übersetzungen der Ansprachen in die Landessprache Ewe einige Zeit in Anspruch nimmt. (Video folgt)

Gesangseinlagen der Schülerinnen und Schüler, deren Schulweg durch den Brückenbau sehr erleichtert wird wurden ergänzt durch Gesangseinlagen der Bürgermeisterin. (Video folgt)

In einer flammenden Rede ließ Anton Weber, teilweise auf Französisch, die hier gelebte Entwicklungshilfe als „Hilfe zur Selbsthilfe” hoch leben und stellte weitere Unterstützungsmaßnahmen der Gemeinde Waldstetten – und möglicherweise Donzdorf -zur Verbesserung der Lebensumstände der Bürger von Kpalimé in Aussicht.

In einer noch flammenderen Ansprache beschwor die Bürgermeisterin schließlich ihre Bürger, das Umweltproblem, mit dem vielen weggeworfenen Plastikmüll endlich anzugehen. Anton Weber pflichtete dem bei, denn nur bei Anstrengung jedes Einzelnen in jedem Land sei die Zerstörung unseres Planeten zu verhindern. (video folgt)

Zum Abschluss der Zeremonie sind wir alle zusammen zur Brücke gelaufen, um dort die offizielle Zerschneidung des Bandes vorzunehmen. Die Brücke stellt eine deutliche Verbesserung für das Quartier da, vorher war an dieser Stelle eine bloße (zugemüllte) Flussdurchquerung, die zuletzt unpassierbar war.

Ein Blick unter die Brücke offenbarte jedoch auch die Notwendigkeit eines in den Reden angemahnten Umweltbewusstseins…

Noch mal Schulen in Kpalimé (Dienstag, 27.11.)

So, habe mich grad mal ein wenig von der Gruppe abgesetzt, um nötige Updates vorzunehmen.

Vorbereitung der Schüleressen im Macumba

War grad geschickt, da der Rest gerade im CEG (Mittelschule) von Nijveme ist, um dort Geschenke und eine warme Mahlzeit an die Schüler von Richard’s Schule auszuteilen. Siehe Tag 1. Das ist die Schule mit dem deutschen Liedgut

Und da das nur 5 Minuten vom Macumba entfernt ist, habe ich mich hier in den ventilierten Schatten zurückgezogen.

Ansonsten haben wir heute noch nach einiger Suche die Gehörlosenschule von Kpalimé gefunden und – wie gestern Abend besprochen – besucht. Diese zentrale Einrichtung für die ganze Umgebung von Kpalimé wird von einem privaten Verein getragen. Der Staat hat lediglich den Baugrund und den Schulleiter gestellt. Der Schülertransport per Motorrad wird vom Verein bezahlt, genauso wie ein Mittagessen für die Kinder.

Ziel ist es, möglichst viele der Schüler in das reguläre Schulsystem zu integrieren oder ihnen eine Ausbildung zu ermöglichen (hier arbeiten sie bereits mit Togohilfe e.V. und AGerTo (Association Germano-Togolaise) zusammen. Wir wollen unsere Eindrücke zu Hause mit der Schule St. Josef teilen, eventuell erwächst daraus ja eine Schul-Patenschaft.

Nun sind alle wieder von der Schulspeisung zurück, und wir beraten die nun anstehenden Aktionen. So soll ja morgen die Waldstetter Brücke eingeweiht werden (Ansprache auf Französisch) und anschließend mit dem Stadtrat und Bürgermeisterin über ein neues Projekt verhandelt werden. Unsere Idee ist es, etwas für die Jugend zu schaffen, vielleicht einen Treffpunkt mit einem Gebäude, Musik- und Film-Aufführmöglichkeiten….wir werden sehen.