Djobegan, Atigba und dann wieder nach Kpalimé (Montag, 26.11.)

Nach dem Frühstück im Kloster hatten wir zunächst Gelegenheit, bei einem kurzen Rundgang die Land- und Forstwirtschaft des Klosters kennenzulernen.

Wie wir es dem Dorfchef bereits am Samstag zugesagt hatten, stand anschließend eine kurze Visite in Djobegan auf dem Programm. Hier möchte das Dorf schon seit längerem eine Unterstützung bei der Errichtung einer Brücke, die die Schule mit dem Dorf verbinden soll. Wir haben eine Prüfung nach Erstellung eines Kostenvoranschlags durch ABCN zugesagt.

In Atigba wurden wir ebenfalls bereits erwartet. Hier hat der Lions Club Aalen bereits 2008 ein Schulgebäude errichtet und zahlt seitdem auch regelmäßig das Schulgeld für die Schülerinnen und Schüler. Dies ist auch der Grund, warum neben Schulleiter und Pfarrer auch der Elternbeirat komplett anwesend war, um aktuelle Berichte und Zahlen zur Entwicklung der Schule vorzustellen. So erfuhren wir, dass in der Grundschule derzeit 136 Kinder sind, macht mit dem Kindergarten 171 Kinder, davon sind 90 Mädchen. Nach der 6. Klasse ist das CEPD Examen. Von 12 Kandidaten haben 10 bestanden, die gehen dann ins CEG in Atigba. Von den 3 Lehrerinnen und 2 Lehrern haben 3 die Lehrbefähigung, die beiden anderen sind Aushilfen. Die Schule würde gerne den Bereich Kindergarten ausbauen, dazu bräuchten sie aber finanzielle Unterstützung…

Zum Abschluss gab es noch eine Lions-Spende französischer Kinderbücher für die Schülerinnen und Schüler.

Für die Rückfahrt nach Kpalimé wollten wir mal eine andere Piste ausprobieren, die uns von Rudi als “frisch geschoben und gut befahrbar” beschrieben worden war. Vielleicht hätten uns die ungläubigen Augen der Anwohner beim Anblick eines Minibusses voller “Jovos”am Beginn der Piste stutzig machen sollen…

…jedenfalls waren wir fast 2 Stunden unterwegs, bis wir wieder auf einer Straße angelangt waren. Klar, beeindruckende Landschaften, anspruchsvolle Streckenführung, merkwürdige Geräusche von der Achse, GPS Navigation und weitestgehend menschenleerer Wald haben auch ihre spannenden Seiten, aber letztlich waren wir alle froh, schließlich wieder in der Zivilisation angekommen zu sein.

Zurück in Kpalime hatte Anton noch ein Treffen mit den Verantwortlichen einer Gehörloseneinrichtung. Marcel, ein ehemaliger Schüler aus der Gehörlosenschule St. Josef in Schwäbisch Gmünd macht dort gerade ein Praktikum und hatte den Kontakt vermittelt. Die Einrichtung ist bemüht, die Gehörlosen im Sinne einer Inklusion am Regelunterricht in den “normalen” Schulen teilnehmen zu lassen. Unterstützung könnten sie im Bereich Schülertransport, Essen und mit einem neuen Dach gebrauchen. Wir werden uns das am nächsten Tag mal ansehen.

Am Abend waren wir schließlich bei Léon und Victorine zu einem leckeren afrikanischen Essen eingeladen.

Landwirtschaft (Sonntag, 25. November)

Heute sind wir den ganzen Tag unterwegs, um unsere Land- und Forstwirtschaftsprojekte auf dem Plateau unter die Lupe zu nehmen.

Da die Straßen sehr schlecht sind, haben wir uns für ein etwas ungewöhnliches Fortbewegungsmittel entschieden. Dank des robusten Traktors und unseres geschickten Fahrers Anton konnten wir alle Felder und Pflanzungen rings um Rudis Farm inspizieren.

Avocadobäume wechseln sich mit Orangen ab, auch Mango, Zitronen und Teak sind dabei. Vorbei an Ananasfeldern ging es zu Rudis Rinderherde und einer großen Aufforstung.

Um das Sonntagsausflugsgefühl zu vertärken gab es anschließend auf der Farm ein mitgebrachtes Picknick, ergänzt durch eine Begegnung mit einer kleineren Viper, deren Leben aber durch einen beherzten Schlag mit einem laaaangen Holzhammer durch eine junge Frau ein jähes Ende fand.

Zurück bei Rudi in Elavagnon wurden wir mit einem hausgemachten Fufu versorgt.

Der Fufu oder Foufou wird hier in Togo aus gekochten Yams-Wurzeln gestampft (siehe Video).

Ignam (Yams) wird zB auf dem Markt in Kpalimé feilgeboten.

Dazu hat uns die Familie von Rudi mit einer würzigen Kanincheneintopf versorgt. Fufu wird aber auch gerne mit Hühnchen oder Ziege kombiniert, am Freitag im Macumba hatten wir die Gelegenheit, eine Soße aus Agouti (Bei uns heißen sie Rohrratten) zu probieren.

Zuletzt fuhr (fast) die ganze Gruppe wieder in die klösterliche Unterkunft. Ich habe den Abend genutzt um mich mit dem alten Hasen Rudi im Garten noch lange über seine persönliche Perspektive zum Thema Entwicklungshilfe zu unterhalten. Und da hier auch der Empfang etwas besser ist, konnte ich auch gleich noch diese kleine Tagesrückschau schreiben und in den gestrigen Bericht ein paar Bilder einfügen. Ich hoffe, euch LeserInnen gefällt’s! Gerne weiterleiten!

Wasser, Kleinunternehmer und Fahrt aufs Plateau (Samstag, 24.11.)

Vorweg mal eines: Hier oben auf dem Plateau gibt 1. kein Flaschenwasser und 2. keinen brauchbaren Empfang. Deswegen schreibe ich jetzt mal diesen Beitrag, ohne genau zu wissen, wann ich ihn veröffentlichen kann. Und Bilder sind erst recht ganz schwierig, folgen später, wenn wir wieder in Kpalimé sind…

Gleich nach dem Frühstück haben wir uns auf den Weg auf das Plateau gemacht, denn es war nicht klar, wie die Straßen sein würden und wann wir wohl ankommen.

Zunächst sind wir nach Norden gefahren, etwa 20 km bis Akata. Dort haben wir vor einigen Jahren eine Wasserversorgung für das ganze Dorf installiert. Eine solarbetriebene Pumpe fördert Wasser aus einem Tiefbrunnen in einen Hochbehälter. Von dort werden fünf Entnahmestellen, eine davon in der Schule, mit frischem Wasser versorgt. Ein Wasserkomitee aus dem Dorf organisiert den Unterhalt und finanziert über eine geringe Umlage die Wartung und Reparaturen. Wir konnten uns überzeugen, dass das Projekt hervorragend angenommen wurde und vorbildlich weitergeführt wird.

In Adeta, etwa 25 km nördlich von Kpalimé, haben wir einen ehemaligen Azubi aus dem ABCN besucht. Dieser hat sich als Stahlbauer selbständig gemacht und aus dem letztjährigen Container eine in Deutschland ausrangierte Drehbank erhalten. Das Abladen der Drehbank im ABCN hatten wir 2017 selbst verfolgt, und es war sehr schön, die Maschine in guten Händen und in Betrieb zu sehen.

Von Adeta führt die Straße in westlicher Richtung den Berg hinauf. Mit sprichwörtlich letzter Kraft hat unser Toyota sich – und uns – auf das Plateau de Danye geschleppt. Oben angekommen sind wir zunächst ins Kloster von Dzobegan gefahren, um unsere Quartiere zu beziehen. Seit dem letzten Jahr wurde hier umfassend renoviert, die Betten haben nun Matratzen, und in jeder Zelle gibt es eine Nasszelle. Und sogar warmes Wasser!

Nachmittags sind wir dann weiter gefahren nach Elavagnon zu unsrem Freund Rudi Reinhard. Rudi hat über 50 seiner 74 Lebensjahre in Afrika verbracht, zunächst als Entwicklungshelfer, später als Landwirt in Togo. Vor seinem Haus steht ein große Paillotte, so heißen hier die strohgedeckten runden Dächer, unter denen sich die Familie, aber auch Nachbarn und andere Gäste gerne versammeln. Und in dieser Paillote saßen bereits einige örtliche Honoratioren, denen unsere bevorstehende Ankunft wohl schon per “Buschfunk” angekündigt worden war. Insofern waren zunächst noch einige “offizielle” Gespräche zu führen, bevor wir uns dann mit Rudi bei einem kleinen Abendimbiss über seine Einschätzung der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung austauschen konnten.

Diese Gespräche konnten wir dann abends in der Paillotte vor dem Kloster weiterführen, nachdem ein Teil der Gruppe noch den Vigilien in der Klosterkirche beigewohnt hatte.

Ein „freier“ Tag…

…liegt hinter uns. So war der Plan zumindest 😉 Angefangen hat es morgens mit einer Besprechung in kleiner Runde (Léon, Anton, Roman) über die dringend notwendige Neustrukturierung des Ausbildungszentrum ABCN.

Eine andere Gruppe hat derweil die Angebote auf dem Markt von Kpalimé erkundet.

Um 11 Uhr war dann die alljährliche Versammlung aller Lehrlinge im ABCN. Diese dient nicht nur dem wichtigen gegenseitigen Informationsaustausch sondern auch als wichtige Plattform für die Sorgen und Wünsche der Azubis gegenüber den Verantwortlichen des Vereins. 57 Azubis im handwerklichen Bereich und 29 aus der Gastronomie.

Als besonders positiv wurden die Projekte “HamHam” (eine tägliche warme Mahlzeit für alle Azubis) sowie der neue Gesundheitsfonds, der den Azubis den Kauf notwendiger Medikamente und einen notwendigen Arztbesuch ermöglicht, dargestellt.

In seinen Schlussworten betonten alle Parteien, wie wichtig die berufliche Ausbildung hier inTogo sei, und dass damit viele eine Chance erhielten, in ihrer Heimat eine eigene Zukunft aufzubauen.

Am Nachmittag schloss sich schließlich eine Versammlung der APAT (Association pour la Promotion de l’Artisanat Togolais / Verein zur Förderung des Handwerks in Togo) an. Auch hier mussten verschiedene vereinsinterne Angelegenheiten erörtert werden.

Parallel haben wir an der Struktur der künftigen Homepage weitergearbeitet, bevor dann am Abend tatsächlich etwas Freizeit anstand….

Heute morgen sind wir dann recht früh Richtung Plateau de Danji gestartet, und haben unterwegs noch ein paar Projekte angesehen, doch davon mehr später aus dem Kloster, die Piste wird zu schlecht….

…übrigens, das Hochladen von Bildern ist grad nicht möglich, daher habe ich alle Bilder aus dem Beitrag entfernt und versuche es nun erneut.

….Versuch Nr. 20, mittlerweile im Kloster angekommen….

…Versuch Nr. 27 hat geklappt. Sind bei unserem Freund Rudi angekommen, hier ist wieder etwas Netz.

Präfekturchef, Gendarmeriechef, Schuldirektor und andere Honoratioren haben uns unter Rudis Paillotte schon erwartet

Zurück in Kpalimé

Die Rückfahrt nach Kpalimé hat dann doch 9 Stunden gedauert. Die Verkehrslage auf der Straße war zwar ähnlich, aber unser Bus hat irgendwann die Flügel gestreckt. Zunächst waren die Bremsen heißgelaufen und haben teilweise blockiert,

…später war dann der Kraftstofffilter verstopft und musste gewaltsam geöffnet werden. Auch dies gehört wohl zu einer Reise in Togo. Bemerkenswert ist neben den landschaftlichen Veränderungen auch die baulichen Unterschiede. Im Norden überwiegen in den Dörfern eher die rundlichen Gebäude und Moscheen, im Süden wird es eckiger und kirchlicher. Entlang der Straße ist oft Teak gepflanzt, denn dann können die Lastwagen, die mit Zement und anderen Gütern Richtung Norden fahren, auf dem Rückweg an der Straße Holz aufladen.

Holzkohle am Straßenrand wird auch gerne mitgenommen

Eigentlich wollten wir ja unterwegs noch den Nangbéto Staudamm besuchen, das war nun leider nicht mehr drin. Mittlerweile sind wir zurück im Macumba, haben uns etwas gestärkt und beratschlagen die Vorhaben für morgen.

Vollausgestattete Kfz-Werkstatt an der N1

Es sind intensive Besprechungen mit den Ausbildern am ABCN geplant, aber auch ein Besuch des Marktes von Kpalimé muss drin sein. Wird also insgesamt wohl eher ein ruhiger Tag werden, bevor es am Samstag dann wieder auf die Straße geht.

Nord-Projekte

Monsieur Magnangou war seit vielen Jahren der Verantwortliche Kontakt der Togohilfe Donzdorf hier in Togo. Durch den Zusammenschluss mit „Hilfe für Togo“ im Juli 2018 sind auch die Projekte in Kara und ihr Verantwortlicher an den Gesamtverein übergegangen.

Morgens hatten wir zunächst eine Besprechung mit Herrn Magnangou, um mit ihm über den Stand der Projekte und seine Ideen zur Weiterführung zu sprechen. Anschließend haben wir uns ins Auto gesetzt und sind in das Kara-Tal gefahren, wo sich alle Projekte des Vereins befinden. Diese Fahrt führte über teilweise sehr ausgewaschene Straßen und Wege bis an die Grenze zu Benin.

An sieben Schulstandorten wurden mit Mitteln des Vereins Schulgebäude, teilweise auch Latrinenanlagen und Lehrerwohnungen errichtet. Wir haben uns alle diese Gebäude angesehen und mit Direktoren, Lehrern und Schülern gesprochen. Der Zustand der Gebäude war größtenteils OK, auch wenn wir nicht immer sicher waren, dass sie voll ausgelastet sind. Dort auf dem Land besteht einerseits das Problem der Landflucht, das heißt immer mehr junge Leute ziehen in die Städte, da sie dort keinerlei Verdienstmöglichkeiten haben.

Andererseits machen konfessionelle Schulen den öffentlichen Schulen Konkurrenz und so werden die bestehenden Räumlichkeiten nicht immer vollständig genutzt. Als weiteren Unterschied zu unseren Schulprojekten im südlichen Teil des Landes ist uns aufgefallen, dass deutlich mehr Lehrer vom Staat bezahlt werden. Dies ist wohl auf eine Initiative der Regierung von 2013 zurückzuführen, als sehr viele Lehrer den Wechsel in den Staatsdienst angeboten bekamen.

Im Anschluss an die Schulen konnten wir noch zwei Krankenstationen ansehen, wo der Verein insgesamt drei Hebammen beschäftigt. An beiden Standorten war offensichtlich ein hoher Bedarf an deren Leistung (125 bzw. 189 Geburten im letzten Jahr) und die klare Aussage der Stationsleiter, dass diese Unterstützung dringend benötigt werde und im Falle eines Ausfalls der Finanzierung keinerlei Ersatz in Sicht sei.

Deutlich durchgerüttelt sind wir am Spätnachmittag wieder in Kara angekommen, wo uns die Familie von Herrn Magnangou mit einem kühlen Getränk und einem Fou Fou erwartete. Bei der Gelegenheit konnten wir uns bereits darauf einigen, dass über die Fortführung der Projekte in Deutschland zu reden sein wird, die Hebammen jedoch unbedingt weiterfinanziert werden sollten.

Den Abend haben Giannina und ich dazu genutzt, die Struktur der künftigen Vereins-Website zu beraten und bereits erste Seiten zu erstellen. Doch dazu demnächst mehr. Vielleicht kommen wir heute deutlich weiter, denn es steht die Rückfahrt nach Kpalimé an, was sieben Stunden Zeit für eine Weiterarbeit bedeuten kann….

Kara

Etwa 420 km nördlich von Lomé liegt Kara, Hauptstadt der gleichnamigen Region und von vielen auch “Präsidentenstadt” genannt, da ganz in der Nähe die Familie des Präsidenten Gnassingbe Eyadéma ihren Familiensitz hat.

7 Stunden hat die Fahrt ab Kpalimé gedauert, der Fahrer hatte recht. Schon kurz hinter Atakpamé, nach zwei Stunden, waren wir eigentlich schon “durch”. Die Nationalstraße 1, die von Lomé nach Burkina Faso führt, ist die Hauptverbindung von der Küste ins Innere des Kontinents, entsprechend besteht der Verkehr aus eine endlos scheinenden Schlange von Lkw, die sich langsam Richtung Norden bewegen. Natürlich inklusive etwas schnellere Lkw, die die anderen überholen, Überlandbusse, die eigentlich immer auf der Gegenfahrbahn unterwegs sind und ein paar kleiner Fahrzeuge wie das unsere, die irgendwie auch noch dazwischen passen. Oder nicht.

Rechts und links laufen an der Straße auch noch Frauen mit ihren Körben auf dem Kopf und vor allem viele Kinder in ihren Schuluniformen. Unfälle sind da vermutlich an der Tagesordnung, die Wracks am Straßenrand sprechen Bände. Ein toter Junge, der in seiner Uniform am Straßenrand lag, gehört zu den nachdenklich stimmenden Erinnerungen an die Fahrt.

Landschaftlich ist die Strecke sehr abwechslungsreich, vom grünen Süden ging es durch eher steppenartige Vegetation in der Mitte und Gebirgslandschaften im Norden. Dabei wurde die Sicht immer trüber, denn der Harmattan mit dem Staub der Sahara, der vor allem im Dezember und Januar die Sonne verdunkelt, setzt bereits ein.

Nach dem Bezug der Zimmer im Hotel “Ma Vision” – teilweise sogar mit warmem Wasser – und einem Abendessen im “Marox”, wo sowohl afrikanische als auch europäische Gerichte (bis hin zu Kässpätzle und Pizza) auf der Karte standen, und einer Vorbesprechung des kommenden Tages haben sich alle Teilnehmer recht früh im Bett von den Strapazen der Tour erholt.

A propos Hotel. Hatten wir vorgebucht, angeblich inklusive Balkon (Tür geht nicht auf), WiFi (was ist das?), Terrasse (ist da, aber keine Stühle) und Restaurant (ist da, aber kein Koch). Folglich auch kein Frühstück…

Nun sitzen wir seit einer knappen Stunde im Restaurant auf dem “Place de la Victoire” und warten auf den Frühstückskaffee und unseren Ansprechpartner in Kara, M. Magmangou, mit dem wir hier in wenigen Minuten verabredet sind.

Richtung Norden….

…geht es heute. Ursprünglich wollten wir ja um 6 Uhr los, aber da Leon nochmal ins Krankenhaus muss wird es wohl eher halb 9 werden. Dann halt doch zuerst frühstücken und eine kleine Nachricht in den Blog. Einen kleinen Eindruck von unserem heutigen Vorhaben bietet die Karte:

1: Lomé, die Hauptstadt

2: Kpalimé, da sind wir gerade wieder

3: Kara, da wollen wir heute noch hin

Die Dauer der Fahrt nach Kara ist eher ungewiss. Die Ansagen variieren sehr stark. Zwischen 3 Stunden (Mémé) und 7-9 Stunden je nach Verkehrslage (unser Fahrer) scheint alles möglich. Auch das Hotel scheint noch nicht sicher zu sein, es war wohl keine Reservierung möglich, aber alle sagen, dass das kein Problem sei…wir werden sehn. Jedenfalls haben wir unterwegs noch genügend Zeit, um über die einzelnen Projekte und was uns erwartet zu sprechen…

Ich hoffe, wir haben heute abend wieder irgendwo ein Netz, dann gibt es vielleicht noch eine Nachricht.

Ministergespräch

Über eine Stunde hat er sich Zeit genommen, der Minister. Mittlerweile sind wir wieder auf der Rückreise nach Kpalimé, Zeit für einen kurzen Rückblick.

Der Minister schien sehr beeindruckt von der Bilanz unseres Vereins und war mit uns der Meinung, dass es nicht gerecht ist, wenn Hilfsgüter, die ins Land kommen, einer solch hohen Steuerzahlung unterliegen. Leider sei die freiere Praxis der vergangenen Jahre von vielen Organisationen missbraucht worden und es sei mit “Hilfsgütern” gehandelt worden. Seine Mitarbeiter gaben zu bedenken, dass die Gesetze nun so seien wie sie sind, und auch für 2019 keine Änderung durchgesetzt werden könne. Der Minister sagte daraufhin zu, für die Zeit ab 2020 die Regelungen für alle Hilfsorganisationen entsprechend zu überarbeiten und dass es für unsere Container (beginnend mit demjenigen, der nächste Woche ankommen müsste) bis dahin eine individuelle Lösung gefunden werde.

Insgesamt ein sehr warmherziger Empfang und ein lösungsorientiertes Gespräch.

Neuer Plan

Wir fahren grad nach Lomé…hat sich heute morgen so ergeben. Beim Frühstück erschien Leon mit der Nachricht, dass er a) wohl gerade unter Malaria leidet und b) einen Termin beim Planungsmister in Lomé erreichen konnte. Heute nachmittag um 16:00 Uhr.

Also haben wir heute morgen noch schnell das Collège in Nyiveme besucht, das nach unserem Mitreisenden Richard Salzer benannt ist. Hier wurden wir mit allen Ehren (der Schulchor sang die deutsche Nationalhymne und “Die Gedanken sind frei”) empfangen und hatten ein interessantes Gespräch mit dem Interims-Schulleiter (die Schulleiterin war vor ein paar Monaten überraschend gestorben).

Dieser konnte uns unter anderem berichten, dass insgesamt etwa 1000 Schülerinnen und Schüler diese Mittelschule besuchen. Von den Abgängern aus diesem Jahr konnten mehr als die Hälfte anschließend zum Lycée (Gymnasium) wechseln. Insgesamt sind 14 Lehrer und 3 Lehrerinnen an der Schule tätig, davon werden nur 6 vom Staat bezahlt, 11 muss die Schule über Schulgeld selbst finanzieren. Das führt dazu, dass zusätzlich zum staatlichen Schulgeld von etwa 11€ noch einmal das gleiche für die Schule bezahlt werden muss. Auch der künftige Schulleiter war bereits anwesend. Im Gespräch mit Lehrern haben wir erfahren, dass es im naturwissenschaftlichen Bereich vor allem an Demonstrations- und Versuchsausrüstung fehle.

Jetzt sitzen wir jedenfalls wieder im Auto und brausen nach Lomé. Dort treffen wir den Planungsminister Kossi Assimaidou, der als “Ministre de planification et de developpement” auch für die Entwicklung seines Landes zuständig ist. Zuvor war er bereits als Vertreter für 23 afrikanische Länder im Weltwährungsfonds tätig, davor war er in verschiedenen Ministerämtern, unter anderem Tourismus-, Privatisierungs-, Wirtschafts- und Finanzminister. Ziel unseres Gespräches ist, ihn für unsere Ansicht zu gewinnen, dass der Verein Hilfe für Togo nach 25 Jahren erfolgreicher Projekte von der Zollpflicht für eingeführte Hilfsgüter befreit werden sollte.

Wir sind gespannt…