Kara

Etwa 420 km nördlich von Lomé liegt Kara, Hauptstadt der gleichnamigen Region und von vielen auch “Präsidentenstadt” genannt, da ganz in der Nähe die Familie des Präsidenten Gnassingbe Eyadéma ihren Familiensitz hat.

7 Stunden hat die Fahrt ab Kpalimé gedauert, der Fahrer hatte recht. Schon kurz hinter Atakpamé, nach zwei Stunden, waren wir eigentlich schon “durch”. Die Nationalstraße 1, die von Lomé nach Burkina Faso führt, ist die Hauptverbindung von der Küste ins Innere des Kontinents, entsprechend besteht der Verkehr aus eine endlos scheinenden Schlange von Lkw, die sich langsam Richtung Norden bewegen. Natürlich inklusive etwas schnellere Lkw, die die anderen überholen, Überlandbusse, die eigentlich immer auf der Gegenfahrbahn unterwegs sind und ein paar kleiner Fahrzeuge wie das unsere, die irgendwie auch noch dazwischen passen. Oder nicht.

Rechts und links laufen an der Straße auch noch Frauen mit ihren Körben auf dem Kopf und vor allem viele Kinder in ihren Schuluniformen. Unfälle sind da vermutlich an der Tagesordnung, die Wracks am Straßenrand sprechen Bände. Ein toter Junge, der in seiner Uniform am Straßenrand lag, gehört zu den nachdenklich stimmenden Erinnerungen an die Fahrt.

Landschaftlich ist die Strecke sehr abwechslungsreich, vom grünen Süden ging es durch eher steppenartige Vegetation in der Mitte und Gebirgslandschaften im Norden. Dabei wurde die Sicht immer trüber, denn der Harmattan mit dem Staub der Sahara, der vor allem im Dezember und Januar die Sonne verdunkelt, setzt bereits ein.

Nach dem Bezug der Zimmer im Hotel “Ma Vision” – teilweise sogar mit warmem Wasser – und einem Abendessen im “Marox”, wo sowohl afrikanische als auch europäische Gerichte (bis hin zu Kässpätzle und Pizza) auf der Karte standen, und einer Vorbesprechung des kommenden Tages haben sich alle Teilnehmer recht früh im Bett von den Strapazen der Tour erholt.

A propos Hotel. Hatten wir vorgebucht, angeblich inklusive Balkon (Tür geht nicht auf), WiFi (was ist das?), Terrasse (ist da, aber keine Stühle) und Restaurant (ist da, aber kein Koch). Folglich auch kein Frühstück…

Nun sitzen wir seit einer knappen Stunde im Restaurant auf dem “Place de la Victoire” und warten auf den Frühstückskaffee und unseren Ansprechpartner in Kara, M. Magmangou, mit dem wir hier in wenigen Minuten verabredet sind.

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One thought on “Kara

  1. Was für ein Tag!!!😳
    Dieser Tagesbericht geht ganz schön unter die Haut …. und es lässt sich nur schwer in Worte fassen, was einem da alles durch den Kopf geht 😧!!!
    .,,

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