Misahöhe

Während ein Teil der Gruppe gerade unsere Aufforstung inspiziert, sitze ich auf der Terrasse des Campement von Kloto. War früher mal eine Erholungsklinik der deutschen Kolonialherren (bzw -damen), mittlerweile ist es ein Hotel und Tagungszentrum. Nur wenige (holprige) Kilometer von Kpalimé entfernt, ist das Klima hier deutlich angenehmer.

Der Tag hat heute bereits um 6:30 Uhr mit einem Gottesdienst begonnen, ab 8 gab es dann das Frühstück im Macumba. Nach einem Besuch im Lager beim Ausbildungszentrum, wo noch ein paar der kürzlich empfangenen Hilfsgüter auf ihre Verteilung warten, haben wir uns mit Léon, unserem Verantwortlichen in Kpalimé, zusammengesetzt und die nächsten Tage besprochen. Dabei ging es unter anderem um die Projekte der Togohilfe Donzdorf im Norden des Landes. Von den Donzdorfern, die seit dem Sommer mit unserem Verein fusioniert haben, war schon seit einiger Zeit aus gesundheitlichen Gründen kein Vertreter mehr vor Ort, um sich die Projekte anzusehen. Entsprechend gespannt sind wir auf das, was uns dort erwartet. Weiterhin informierte uns Léon über seine Gespräche mit dem Schulleiter des benachbarten Collège Niyveme, das ja am Montag besucht werden soll.

Misahöhe, Historische Aufnahme aus “Togo-eine Reise durch die deutschen Kolonien”, 1912

Am Nachmittag haben wir uns dann mit dem Kleinbus auf den Weg gemacht, das Aufforstungsprojekt auf der Misahöhe zu inspizieren. Die Misahöhe (heute Missa -Hoe) wurde 1890 vom damaligen “Kommissar für Togoland” Jesko von Puttkammer als Verwaltungsmittelpunkt des Bezirks gegründet und nach seiner Geliebten “Misa” Esterhazy benannt. Der Handel aus dem Norden sollte so am benachbarten britischen Gebiet vorbei zur deutschen Küste geleitet werden. Die alten Stationsgebäude stehen heute noch und etwas abseits liegt ein erhaltener deutscher Soldatenfriedhof.

Nach dem schon traditionellen Foto-Stop am Mammutbaum hat sich eine Gruppe auf den beschwerlichen Fußweg zur Aufforstung gemacht. Hier werden auf 14 ha Land werden vor allem Teak und Cordia Alodria angebaut, die Pflanzungen haben sich in den letzten Jahren gut entwickelt.

Nach nicht so guten Erfahrungen mit einem Forstunternehmen aus Kpalimé haben wir das Projekt seit einigen Jahren in die Hände von einheimischen Anwohnern gegeben. Ein Förster sorgt dafür, dass Bäume gepflanzt werden (teilweise auch durch Azubis des ABCN) und dass die Pflanzung nachhaltig gepflegt wird. Die Mitarbeiter erhalten für jedes Jahr, in welchem die anderen Pflanzen niedrig gehalten und kein Feuer die Pflanzung zerstört hat, eine Bonuszahlung zusätzlich zu ihrem Lohn.

Wir genießen noch einen vom Wirt selbst angebauten und gerösteten Kaffee (Café Kuma) auf der Terrasse des Campement de Kloto und bei einbrechender Dunkelheit geht es zurück nach Kpalimé.

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